Wer Ofen und Kamin richtig pflegen möchte, braucht nur einige regelmäßige Handgriffe: überschüssige Asche entfernen, die Sichtscheibe reinigen, die Dichtungen prüfen und den Schornstein gemäß den geltenden Pflichten kehren lassen. Ein Pelletofen erfordert zusätzlich eine häufige Reinigung der Brennschale und eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb. Diese Arbeiten kosten wenig Zeit. Sie verbessern den Wirkungsgrad, verlängern die Lebensdauer der Feuerstätte und verringern die Brandgefahr.
Warum die Pflege unverzichtbar ist
Eine verschmutzte Feuerstätte arbeitet schlechter. Rußablagerungen isolieren die Wärmetauscherflächen: Die Wärme entweicht stärker in den Schornstein, statt den Raum zu heizen. Verschlissene Dichtungen lassen unkontrolliert Luft eintreten, und die Verbrennung lässt sich nur schwer regeln.
Die Risiken sind nicht nur wirtschaftlicher Art. Ablagerungen im Schornstein sind brennbar. Ein gestörter Zug kann außerdem dazu führen, dass Rauchgase in den Wohnraum zurückströmen. Regelmäßige Pflege verringert diese Risiken.
Der Wartungsplan im Überblick
| Häufigkeit | Kaminofen und Kamin (Holz) | Pelletofen |
|---|---|---|
| Bei jeder Nutzung oder täglich | Aschestand prüfen | Brennschale kontrollieren und bei Bedarf leeren, gemäß Anleitung |
| Wöchentlich | Aschekasten leeren, Sichtscheibe reinigen | Aschebehälter leeren, Brennraum im kalten Zustand aussaugen |
| Monatlich in der Heizperiode | Dichtungen und Umlenkplatte prüfen | Zugängliche Rauchgaswege reinigen, gemäß Anleitung |
| Vor der Heizperiode | Vollständige Inspektion, Schornsteinkehrung | Wartung durch einen Fachbetrieb, Schornsteinkehrung |
| Nach der Heizperiode | Gründliche Reinigung | Gründliche Reinigung, Vorratsbehälter leeren, falls die Anleitung es empfiehlt |
Diese Intervalle sind Richtwerte. Sie hängen von der Nutzungsintensität und vom Brennstoff ab. Maßgeblich bleibt die Anleitung des Herstellers.
Die laufende Pflege eines Kaminofens oder Kamins
Die Asche
In den meisten Kaminöfen fördert eine dünne Ascheschicht am Boden des Brennraums die Verbrennung. Sie isoliert und schützt den Feuerraumboden. Eine zu dicke Schicht behindert dagegen die Luftzufuhr durch den Rost. Entfernen Sie den Überschuss, wenn die Asche den Rost erreicht oder den Aschekasten füllt.
Beachten Sie diese Sicherheitsregeln:
- entfernen Sie Asche nur, wenn das Feuer erloschen und die Asche kalt ist;
- verwenden Sie einen Metalleimer mit Deckel auf einer nicht brennbaren Unterlage;
- lassen Sie die Asche mindestens 24 bis 48 Stunden im Freien und fern von brennbaren Materialien abkühlen;
- verwenden Sie niemals einen normalen Haushaltsstaubsauger für noch warme Asche.
Glutnester können unter einer scheinbar kalten Ascheschicht lange aktiv bleiben. Wie Sie die Asche entsorgen, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde. Bringen Sie Asche von Braunkohlebriketts oder behandeltem Holz niemals im Garten aus.
Die Sichtscheibe
Eine saubere Scheibe ermöglicht es, das Feuer zu beobachten. Reinigen Sie sie im kalten Zustand. Eine einfache Methode: feuchtes Zeitungspapier in etwas feine Asche tauchen, damit die Scheibe abreiben und mit einem trockenen Tuch nachwischen. Bei hartnäckigen Ablagerungen verwenden Sie einen speziellen Kaminscheibenreiniger. Vermeiden Sie Scheuermittel, die die Glaskeramik zerkratzen.
Eine Scheibe, die sehr schnell verrußt, ist ein Warnsignal. Sie deutet oft auf zu feuchtes Holz oder Luftmangel hin. Unser Beitrag zur Restfeuchte von Brennholz hilft Ihnen, Ihren Brennstoff zu prüfen.
Die Dichtungen
Die Dichtungen an Tür und Sichtscheibe sorgen dafür, dass die Feuerstätte dicht ist. Mit der Zeit verhärten und verflachen sie. Um eine Türdichtung zu testen, klemmen Sie ein Blatt Papier in die geschlossene Tür und ziehen es heraus. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung vermutlich verschlissen. Wiederholen Sie den Test an mehreren Stellen. Ersetzen Sie die Dichtungen durch passende Teile für Ihr Modell.
Die Umlenkplatte und das Innere des Brennraums
Die Umlenkplatte oben im Brennraum sammelt Ruß und Flugasche. Nehmen Sie sie im kalten Zustand gemäß Anleitung heraus und bürsten Sie sie ab. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Schamottsteine oder Vermiculiteplatten zu prüfen. Feine Haarrisse sind meist unbedenklich. Ein gebrochenes oder verformtes Teil muss ersetzt werden.
Die Schornsteinkehrung
Der Schornstein muss regelmäßig gereinigt werden. In Deutschland führt der Schornsteinfeger die vorgeschriebenen Überprüfungen und Kehrungen nach einem gesetzlich festgelegten Zeitplan durch. Er kann Sie auch zum Zustand Ihrer Anlage beraten. Wir behandeln dieses Thema ausführlich im Beitrag Schornsteinfeger und Brandschutz.
Achten Sie zwischen zwei Terminen auf Anzeichen von Verschmutzung: schwächerer Zug, Rauch beim Öffnen der Tür, ungewohnter Geruch.
Die besondere Pflege des Pelletofens
Ein Pelletofen arbeitet mit einem Gebläse, einer Förderschnecke und einer elektronischen Regelung. Er erfordert daher eine regelmäßigere Pflege.
- Die Brennschale (Brenntopf): Verbrennungsrückstände verstopfen die Luftlöcher. Leeren und reinigen Sie sie im kalten Zustand in dem vom Hersteller angegebenen Intervall.
- Der Aschebehälter: Leeren Sie ihn regelmäßig im kalten Zustand.
- Der Brennraum: Saugen Sie ihn mit einem geeigneten Aschesauger aus.
- Der Wärmetauscher: Manche Modelle verfügen über eine manuelle oder automatische Abreinigung. Nutzen Sie sie gemäß Anleitung.
- Die jährliche Wartung: Beauftragen Sie damit einen qualifizierten Techniker. Er prüft Bauteile, Dichtungen, Sensoren und Abgasrohr.
Die Pelletqualität beeinflusst direkt, wie oft Sie reinigen müssen. ENplus-A1-Pellets enthalten höchstens 0,7 % Asche. Sie erzeugen daher wenig Rückstände. Entdecken Sie unsere Auswahl an ENplus-Pellets.
Praxistipp: Notieren Sie in einem Heft das Datum jeder Reinigung, jedes Dichtungswechsels und jedes Schornsteinfegerbesuchs. Mit dieser einfachen Übersicht erkennen Sie Verschleiß frühzeitig und können die jährliche Wartung vorbereiten.
Die Stilllegung am Ende der Heizperiode
Am Ende des Winters verhindert eine gründliche Reinigung, dass saure Ablagerungen im Sommer die Metallteile angreifen:
- entfernen Sie die gesamte Asche und reinigen Sie den Brennraum;
- bürsten Sie die Umlenkplatte und die zugänglichen Rauchgaswege ab;
- prüfen Sie die Dichtungen und bestellen Sie die zu ersetzenden Teile;
- bei einem Pelletofen befolgen Sie die Empfehlungen des Herstellers zum Vorratsbehälter;
- lassen Sie die Luftzufuhr leicht geöffnet, sofern die Anleitung es erlaubt, um Kondensation zu begrenzen.
Passendes Zubehör wie ein Ascheeimer, Handschuhe oder ein Feuchtemessgerät erleichtert diese Arbeiten.
Fazit
Ofen und Kamin zu pflegen erfordert vor allem Regelmäßigkeit. Die täglichen und wöchentlichen Handgriffe sind einfach: Asche, Sichtscheibe und Sichtkontrolle. Die jährlichen Arbeiten wie die Schornsteinkehrung und die Wartung eines Pelletofens sind Sache von Fachleuten. Zusammen mit einem trockenen, hochwertigen Brennstoff sorgt diese Pflege für ein effizientes und sicheres Heizen. Für einen guten Start in die Heizperiode lesen Sie auch Im Winter richtig mit Holz heizen.
Häufige Fragen
Muss man die gesamte Asche aus einem Kaminofen entfernen?
Nein. Eine dünne Ascheschicht am Boden des Brennraums fördert die Verbrennung von Holz. Entfernen Sie nur den Überschuss, wenn die Asche die Luftzufuhr behindert oder den Aschekasten füllt.
Warum verrußt die Scheibe meines Kaminofens?
Die häufigsten Ursachen sind zu feuchtes Holz, eine zu weit geschlossene Luftzufuhr oder ein zu schwaches Feuer. Verwenden Sie trockenes Holz und lassen Sie das Feuer auf Temperatur kommen, bevor Sie die Luft reduzieren.
Wie oft sollte man die Brennschale eines Pelletofens reinigen?
Das hängt vom Modell, von der Nutzung und von der Pelletqualität ab. Es kann von täglich bis zu einigen Malen pro Woche reichen. Befolgen Sie die Angaben in der Bedienungsanleitung Ihrer Feuerstätte.
Kann man den Schornstein selbst reinigen?
Die vorgeschriebenen Kehrungen und Überprüfungen führt in Deutschland der Schornsteinfeger durch. Die laufende Pflege der Feuerstätte können Sie selbst übernehmen, die vorgeschriebenen Arbeiten müssen jedoch von einem Fachmann ausgeführt werden.



