Um im Winter richtig mit Holz zu heizen, kommt es auf drei Dinge an: eine vor der Heizperiode geprüfte Anlage, ausreichend trockenes Brennholz und eine angepasste Feuerführung. Legen Sie im Alltag lieber regelmäßig maßvolle Mengen nach, schließen Sie die Luftzufuhr nie vollständig und verteilen Sie die Wärme im Haus. Diese Handgriffe verbessern die Behaglichkeit, senken den Holzverbrauch und verringern Emissionen.
Vor dem Winter: die Anlage vorbereiten
Die Heizperiode beginnt mit der Vorbereitung bereits Ende des Sommers. Eine geprüfte Anlage arbeitet besser und sicher.
Feuerstätte und Schornstein prüfen
- Lassen Sie den Schornstein gemäß den geltenden Pflichten kehren und überprüfen. In Deutschland kommt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger nach einem festgelegten Zeitplan.
- Prüfen Sie den Zustand der Dichtungen an Tür und Sichtscheibe.
- Kontrollieren Sie, ob Innenteile wie die Umlenkplatte oder die Schamottsteine Risse haben.
- Reinigen Sie Brennraum und Aschekasten gründlich.
Unser Beitrag Ofen und Kamin pflegen erklärt diese Arbeiten im Detail.
Einen Vorrat an trockenem Holz anlegen
Trockenes Holz ist die Voraussetzung für effizientes Heizen. Die Restfeuchte muss unter 20 % liegen. Bestellen Sie Ihr Holz früh genug, damit Sie Zeit haben, es geschützt einzulagern. Wie Sie die Menge abschätzen, erfahren Sie in unserem Beitrag Wie viel Brennholz für einen Winter?.
Einen Kohlenmonoxid-Melder installieren
Kohlenmonoxid ist ein unsichtbares und geruchloses Gas. Ein zertifizierter Melder, gemäß Anleitung installiert, ist ein einfacher und empfehlenswerter Schutz in jedem Raum mit einer Feuerstätte. Rauchmelder sind in der Wohnung ebenfalls sinnvoll.
Im Alltag mit Holz heizen: das Feuer richtig führen
Schnell und sauber anzünden
Beim Anzünden entsteht oft der meiste Rauch. Ziel ist es, im Brennraum schnell eine hohe Temperatur zu erreichen. Viele Hersteller empfehlen heute das Anzünden von oben: die großen Scheite unten, Anzündholz und Anzünder darüber. Wir erklären diese Methode im Beitrag Feuer von oben anzünden.
Wenig, aber regelmäßig nachlegen
Eine zu große Holzmenge erstickt das Feuer und erhöht die Emissionen. Effizienter ist es, zwei oder drei Scheite nachzulegen, solange das Glutbett noch lebhaft ist. Halten Sie die vom Hersteller angegebene Höchstmenge ein.
Die Luftzufuhr regeln, ohne das Feuer zu ersticken
Reduzieren Sie die Luftzufuhr nach dem Anzünden schrittweise gemäß Bedienungsanleitung. Schließen Sie die Luft nie vollständig, um das Feuer über die Nacht zu strecken. Eine erstickte Verbrennung erzeugt Rauch, Teer und Ablagerungen im Schornstein. Sie erhöht außerdem das Risiko eines Schornsteinbrands.
Flamme und Sichtscheibe beobachten
Flamme und Sichtscheibe sind gute Indikatoren:
| Was Sie beobachten | Was es oft bedeutet | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Lebhafte, gelbe bis orangefarbene Flammen | Richtige Verbrennung | Weiter so |
| Schwache Flammen und dichter Rauch | Luftmangel oder feuchtes Holz | Luft öffnen, Holz prüfen |
| Schnell verrußende Sichtscheibe | Zu langsamer Abbrand oder feuchtes Holz | Lebhafter heizen, trockeneres Holz verwenden |
| Holz zischt oder schäumt an den Enden | Zu hohe Restfeuchte | Holz wechseln, Vorrat nachtrocknen lassen |
| Rauch im Raum beim Öffnen | Unzureichender Zug | Tür langsam öffnen, Schornstein prüfen lassen |
Die Wärme im Haus verteilen
Ein Kaminofen heizt zuerst den Raum, in dem er steht. Einige Maßnahmen helfen, die Wärme besser zu verteilen:
- lassen Sie die Türen zu den angrenzenden Räumen offen, die Sie mitheizen möchten;
- schließen Sie die Türen unbenutzter Räume;
- nutzen Sie, falls Ihre Anlage es erlaubt, ein Warmluftverteilsystem;
- nutzen Sie die Speichermasse: Ein Speicherofen oder ein mit Stein verkleideter Ofen gibt die Wärme noch lange nach dem Erlöschen ab;
- schließen Sie nachts Rollläden und Vorhänge, um Wärmeverluste über die Fenster zu verringern.
Für gesunde Raumluft sorgen
Die Verbrennungsluft
Ein Ofen braucht Luft zum Verbrennen. In einem sehr dichten Haus muss die Luftzufuhr eingeplant werden, zum Beispiel über eine externe Verbrennungsluftzufuhr. Vorsicht bei Dunstabzugshauben und Lüftungsanlagen: Sie können einen Unterdruck erzeugen und den Zug stören. Lassen Sie die Verträglichkeit von einem Fachbetrieb prüfen.
Die Luftfeuchtigkeit
Das Heizen mit Holz kann die Raumluft austrocknen. Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 % gilt allgemein als angenehm. Mit einem Hygrometer behalten Sie sie im Blick. Lüften Sie täglich kurz mit weit geöffneten Fenstern (Stoßlüften), statt ein Fenster lange gekippt zu lassen.
Bei strengem Frost
Bei einer Kältewelle steigt der Holzverbrauch deutlich. Einige Vorkehrungen ersparen Ihnen böse Überraschungen:
- Behalten Sie Ihren Vorrat im Blick und planen Sie eine eventuelle Bestellung rechtzeitig.
- Überladen Sie die Feuerstätte nicht, um die Kälte auszugleichen: Halten Sie die Nennwärmeleistung ein.
- Halten Sie für ein oder zwei Tage eine Reserve an trockenem Holz im Haus bereit.
- Räumen Sie bei Schnee den Zugang zu Ihrem Holzlager im Freien frei.
Praxistipp: Bereiten Sie jeden Abend den Holzkorb und das Anzündholz für den nächsten Morgen vor. So nimmt das Holz Raumtemperatur an, und das Anzünden geht schneller und sauberer.
Den richtigen Brennstoff für den Winter wählen
Für die Hauptheizung liefern trockene harte Laubhölzer wie Buche oder Eiche lange, gleichmäßige Wärme. Holzbriketts sind eine kompakte Alternative mit einer Restfeuchte unter 10 %. Sie lassen sich leicht lagern und erzeugen eine gleichmäßige Wärme. Verwenden Sie nur Brennstoffe, die der Hersteller Ihrer Feuerstätte zulässt.
Fazit
Im Winter richtig mit Holz zu heizen beruht auf sorgfältiger Vorbereitung und einfachen Handgriffen. Eine gewartete Anlage, trockenes Holz, maßvolle Nachlegemengen und eine richtig eingestellte Luftzufuhr genügen für eine behagliche und sparsame Wärme. Vertiefende Informationen finden Sie in unserem Brennholz-Ratgeber.
Häufige Fragen
Kann man den Ofen die ganze Nacht brennen lassen?
Vermeiden Sie es, die Luftzufuhr vollständig zu schließen, um das Feuer zu strecken. Das erzeugt viel Rauch und Ablagerungen. Lassen Sie das Feuer besser normal ausbrennen und nutzen Sie die gespeicherte Wärme. Manche Feuerstätten sind für lange Abbrandzeiten ausgelegt: Folgen Sie dann der Bedienungsanleitung.
Wie viele Scheite sollte man jeweils nachlegen?
In der Regel genügen zwei oder drei Scheite, je nach Größe des Brennraums. Die Höchstmenge steht in der Bedienungsanleitung der Feuerstätte. Legen Sie nach, wenn die Flammen kleiner geworden sind, die Glut aber noch aktiv ist.
Warum heizt mein Ofen schlechter als früher?
Die häufigsten Ursachen sind zu feuchtes Holz, ein verschmutzter Schornstein oder verschlissene Dichtungen. Prüfen Sie zuerst Ihr Holz und lassen Sie dann die Anlage kontrollieren.
Ist ein Kohlenmonoxid-Melder notwendig?
In Räumen mit einer Feuerstätte wird er dringend empfohlen. Wählen Sie ein zertifiziertes Modell und installieren Sie es nach den Anweisungen des Herstellers.




