Wer Pellets lagern möchte, hat zwei Möglichkeiten: Säcke, die auf einer Palette stehen, oder die Lagerung als lose Ware in einem Silo oder einem eigenen Lagerraum. Sackware eignet sich gut für Pelletöfen und einen geringen Verbrauch. Das Silo ist die logische Lösung für einen automatisch beschickten Pelletkessel. In beiden Fällen gilt dieselbe Grundregel: Pellets müssen trocken und vor Feuchtigkeit und Stößen geschützt bleiben.
Dieser Beitrag vergleicht beide Lösungen und nennt die Punkte, die Sie vor Ihrer nächsten Bestellung prüfen sollten.
Warum ist die richtige Pelletlagerung wichtig?
Holzpellets sind ein sehr trockener Brennstoff. Ihr Wassergehalt liegt bei ENplus-A1-Pellets bei höchstens etwa 10 %. Dieser geringe Wassergehalt erklärt ihren guten Heizwert. Er macht sie aber auch empfindlich gegenüber Wasser.
Ein Pellet, das Feuchtigkeit aufnimmt, quillt auf, zerfällt und wird wieder zu Sägemehl. Dieses Sägemehl kann die Förderschnecke des Geräts blockieren und die Verbrennung stören. Eine gute Lagerung schützt also sowohl den Brennstoff als auch Ihre Anlage.
Pellets als Sackware lagern
Das Prinzip
Sackware wird in der Regel in Säcken zu 15 kg verkauft. Häufig erfolgt die Lieferung auf einer Palette mit 66 Säcken, also 990 kg. Anschließend füllen Sie jeweils einen Sack in den Vorratsbehälter des Ofens.
Die Vorteile
- Eine besondere Installation ist nicht notwendig.
- Die Säcke lassen sich in einer Garage, einem Keller oder einem geschlossenen Schuppen lagern.
- Sie sehen jederzeit, wie viel Vorrat noch vorhanden ist.
- Der Brennstoff bleibt bis zur Verwendung durch die Verpackung geschützt.
Die Grenzen
- Die Handhabung erfolgt von Hand: Jeder Sack wiegt etwa 15 kg.
- Eine Palette benötigt Stellfläche, etwa so viel wie eine Standardpalette.
- Leere Säcke fallen als Verpackungsabfall an.
Regeln für die richtige Lagerung der Säcke
- Lagern Sie die Säcke in einem trockenen, geschlossenen Raum, niemals direkt im Freien.
- Stellen Sie die Säcke nicht direkt auf einen kalten oder feuchten Boden: Behalten Sie die Palette oder verwenden Sie Latten.
- Halten Sie Abstand zu Außenwänden, die kalt und feucht sein können.
- Schützen Sie die Säcke vor Nagetieren und spitzen Gegenständen.
- Verbrauchen Sie zuerst die ältesten Säcke.
Pellets als lose Ware im Silo lagern
Das Prinzip
Für einen Pelletkessel wird der Brennstoff als lose Ware per Silofahrzeug geliefert. Der Fahrer schließt einen Schlauch an den Befüllstutzen Ihres Lagers an und bläst die Pellets ein. Ein zweiter Stutzen dient zum Absaugen von Luft und Staub. Die Schlauchlänge ist begrenzt, häufig auf bis zu etwa 30 m zwischen Fahrzeug und Stutzen.
Die verschiedenen Arten der Lagerung loser Ware
| Lagerart | Beschreibung | Stärken | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| Gewebesilo | Sack aus technischem Gewebe, in ein Gestell gespannt | Schneller Aufbau, staubdicht | Benötigt einen trockenen Raum |
| Gemauerter Lagerraum | Eigener Raum mit Schrägboden | Großes Fassungsvermögen | Dichtheit und Belüftung unerlässlich |
| Erdtank | Im Erdreich eingebauter Behälter im Außenbereich | Spart Platz im Haus | Erdarbeiten erforderlich |
| Tank aus Blech oder Kunststoff | Geschlossener Behälter, innen oder außen | Robust | Wasserdichtheit prüfen |
Die Vorteile loser Ware
- Die Beschickung des Kessels erfolgt vollautomatisch.
- Sie müssen keine Säcke tragen.
- Eine einzige Lieferung kann einen großen Teil der Heizperiode oder sogar das ganze Jahr abdecken.
Die Grenzen loser Ware
- Die Anlage erfordert eine Investition und Platz.
- Das Lager muss fachgerecht und nach den Vorgaben des Herstellers geplant und eingebaut werden.
- Das Silofahrzeug muss das Grundstück erreichen können.
Sack oder Silo: die Entscheidungstabelle
| Ihre Situation | Passende Lösung |
|---|---|
| Pelletofen im Wohnzimmer | Sackware |
| Zusatzheizung, geringer Verbrauch | Sackware |
| Pelletkessel als Hauptheizung | Silo oder Lagerraum für lose Ware |
| Wenig Platz im Haus | Erdtank oder Sackware in kleinen Mengen |
| Schwierige Zufahrt für ein Fahrzeug | Sackware auf Palette |
Um Ihren Jahresbedarf abzuschätzen, lesen Sie unseren Beitrag zum Pelletverbrauch pro Jahr.
Wie groß sollte das Pelletlager sein?
Lose Pellets wiegen etwa 600 bis 750 kg pro m³. Ein Lager muss zusätzlich einen Leerraum einplanen: Der untere Bereich unter der Schräge und der obere Bereich unter der Decke lassen sich nicht vollständig füllen. Viele Fachleute empfehlen ein Lager, das etwa den Verbrauch eines Jahres aufnehmen kann. Die genaue Dimensionierung hängt von Ihrem Haus, Ihrem Gerät und der Art des Silos ab. Lassen Sie sich vor dem Einbau von Ihrem Heizungsbauer beraten.
Sicherheit: Regeln für die Lagerung loser Ware
Vor dem Betreten lüften
In großen Mengen gelagerte Pellets können Kohlenmonoxid freisetzen, ein unsichtbares und geruchloses Gas. Ein geschlossener Lagerraum muss daher gut belüftet sein. Öffnen Sie vor dem Betreten die Tür und lassen Sie die Luft austauschen. Lassen Sie Kinder niemals in diesen Raum. Beachten Sie die Hinweise, die der Hersteller des Lagers angebracht hat.
Die Lieferung vorbereiten
- Schalten Sie den Kessel vor der Lieferung ab, gemäß den Vorgaben des Herstellers oder des Lieferanten. Das Einblasen erzeugt Druck im Lager.
- Achten Sie darauf, dass die Stutzen zugänglich sind und nach der Lieferung wieder gut verschlossen werden.
- Prüfen Sie, ob eine Prallschutzmatte gegenüber dem Einblasstutzen angebracht ist. Sie verhindert, dass die Pellets an der Wand zerbrechen.
Das Lager regelmäßig reinigen
Mit der Zeit sammelt sich Feinanteil am Boden des Lagers. Es wird empfohlen, das Lager alle paar Jahre vollständig zu entleeren und zu reinigen, idealerweise wenn es fast leer ist. Ihr Heizungsbauer oder der Hersteller des Silos kann Ihnen den passenden Abstand nennen.
Praxistipp: Notieren Sie in einem Kalender das Datum jeder Lieferung und die gelieferte Menge. Nach ein oder zwei Heizperioden kennen Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch und wissen, wann Sie bestellen sollten.
Pellets passend zu Ihrem Lager bestellen
In unserem Shop finden Sie Holzpellets als Sackware und, je nach Produkt, als lose Ware. Die Produktseite nennt die Verpackungsart und die Zertifizierung, zum Beispiel ENplus. Die Unterschiede zwischen den Zertifikaten erklärt unser Beitrag ENplus A1 oder DINplus. Die Zufahrtsbedingungen für das Silofahrzeug und die Lieferung auf Palette sind auf der Seite Lieferung beschrieben.
Fazit
Sackware ist einfach, flexibel und für Pelletöfen gut geeignet. Das Silo bietet den Komfort einer automatischen Beschickung für einen Kessel. Gleich welche Lösung Sie wählen: Halten Sie Ihre Pellets trocken, vermeiden Sie Stöße und Staub und beachten Sie die Sicherheitsregeln für die Lagerung loser Ware. Ein gut geplantes Lager schützt Ihren Brennstoff und verlängert die Lebensdauer Ihres Geräts.
Häufige Fragen
Kann man Pelletsäcke im Freien lagern?
Das ist nicht zu empfehlen. Selbst unter einer Plane können Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen die Pellets beschädigen. Ein geschlossener Schuppen, eine Garage oder ein trockener Keller sind besser geeignet.
Wie lange lassen sich Pellets lagern?
In einem trockenen Raum und in unbeschädigten Säcken sind Pellets lange haltbar. Ihre Qualität hängt vor allem von den Lagerbedingungen ab, nicht von der Lagerdauer.
Muss das Silo vor einer neuen Lieferung leer sein?
Nein, eine Entleerung vor jeder Lieferung ist nicht notwendig. Eine vollständige Reinigung in regelmäßigen Abständen entfernt jedoch den Feinanteil, der sich am Boden gesammelt hat.
Warum muss der Kessel beim Einblasen abgeschaltet werden?
Das Einblasen der Pellets verändert den Druck im Lager. Das Abschalten des Kessels verhindert Störungen der Verbrennung und Rauchrückstau. Folgen Sie immer den Vorgaben des Geräteherstellers.



