Wer Brennholz richtig lagern möchte, sollte sich vier Regeln merken: Schützen Sie die Oberseite vor Regen, lassen Sie an den Seiten Luft zirkulieren, halten Sie die Scheite vom Boden fern und wählen Sie einen sonnigen, windexponierten Standort. Diese Regeln gelten für Holz, das noch trocknen muss, ebenso wie für bereits trockenes Holz. Eine gute Lagerung erhält die Qualität des Holzes. Eine schlechte Lagerung kann trockenes Holz innerhalb weniger Wochen wieder feucht werden lassen.
Warum ist die richtige Lagerung von Brennholz so wichtig?
Holz ist hygroskopisch. Es tauscht ständig Feuchtigkeit mit der Umgebungsluft aus. Trockenes Holz, das Regen ausgesetzt ist oder auf feuchtem Boden liegt, nimmt wieder Wasser auf. Holz, das ohne Belüftung eingeschlossen ist, kann schimmeln.
Die Folgen sind unmittelbar:
- das Holz heizt schlechter, weil ein Teil der Energie für das Verdampfen von Wasser verloren geht;
- bei der Verbrennung entstehen mehr Rauch und Ablagerungen;
- die Sichtscheibe des Ofens verrußt schneller;
- die Restfeuchte kann die empfohlenen Grenzwerte überschreiten.
Gutes Brennholz sollte beim Verbrennen eine Restfeuchte unter 20 % haben. Die richtige Lagerung ist die beste Garantie dafür.
Die vier Grundregeln
1. Ein Dach, aber keine geschlossenen Wände
Die Oberseite des Stapels muss vor Regen und Schnee geschützt sein. Die Seiten sollten dagegen offen oder luftdurchlässig bleiben. Ein Brennholzunterstand mit Dach und Lattenwänden ist die ideale Lösung.
2. Eine gute Luftzirkulation
Die Luft muss zwischen den Scheiten und rund um den Stapel strömen können. Lassen Sie Abstand zwischen Stapel und Wand sowie zwischen zwei Scheitreihen. Etwa zehn Zentimeter reichen in der Regel aus.
3. Kein Scheit mit Bodenkontakt
Der Boden überträgt Feuchtigkeit. Lagern Sie das Holz auf Paletten, Kanthölzern oder einer erhöhten Unterlage. Eine Höhe von 10 bis 20 cm über dem Boden ist eine gute Basis.
4. Ein günstiger Standort
Ein sonniger, windexponierter Standort beschleunigt die Trocknung und begrenzt die Feuchtigkeit. In Deutschland ist eine nach Süden oder Westen ausgerichtete Hauswand oft eine gute Wahl. Meiden Sie feuchte, schattige oder unbelüftete Ecken.
Den richtigen Lagerort wählen
Im Freien
Dies ist der häufigste Standort für den Hauptvorrat. Ein Brennholzunterstand, ein Vordach oder ein Anbau mit Pultdach eignen sich gut. Wenn Sie das Holz an einer Hauswand stapeln, lassen Sie Abstand für die Belüftung. Prüfen Sie auch die örtlichen Regeln: Manche Gemeinden oder Eigentümergemeinschaften regeln die Lagerung in der Nähe von Grundstücksgrenzen.
In der Garage oder im Keller
Diese Orte eignen sich nur für bereits trockenes Holz. Feuchtes Holz trocknet in einem geschlossenen Raum schlecht und kann schimmeln. Achten Sie darauf, dass der Raum belüftet ist und das Holz nicht direkt an einer kalten Wand liegt.
Im Wohnbereich
Bewahren Sie dort nur die Menge für ein bis zwei Tage auf. Dieser kleine Vorrat lässt die Scheite vor dem Verbrennen Raumtemperatur annehmen. Halten Sie immer die vom Hersteller angegebenen Sicherheitsabstände zwischen Holz und Feuerstätte ein.
Brennholz richtig aufschichten
Ein sorgfältig aufgeschichteter Stapel ist stabiler, kompakter und trocknet besser. So gehen Sie am einfachsten vor:
- Bereiten Sie eine ebene, erhöhte Unterlage vor.
- Legen Sie die Scheite an den Enden des Stapels über Kreuz, um stabile „Pfeiler“ zu bilden.
- Füllen Sie die Mitte mit parallel gelegten Scheiten auf.
- Legen Sie die Spaltflächen möglichst nach außen oder nach unten, die Rinde nach oben.
- Begrenzen Sie die Stapelhöhe, damit der Stapel stabil und gut erreichbar bleibt.
Wenn Ihr Holz als lose Ware geliefert wurde, planen Sie etwas Zeit zum Aufschichten ein. Ein Haufen lose geschütteter Scheite nimmt mehr Volumen ein als dieselben Scheite gestapelt. Unser Beitrag zu den Einheiten Raummeter, Schüttraummeter und Festmeter hilft Ihnen, den nötigen Platz abzuschätzen.
Abdecken, ohne zu ersticken
Eine Plane kann einen Stapel ohne Unterstand schützen. Sie darf nur die Oberseite abdecken. Wickeln Sie sie nie rund um den Stapel: Das Kondenswasser bliebe darin gefangen und das Holz würde schimmeln. Beschweren Sie die Plane, damit sie nicht wegfliegt, und lassen Sie die Seiten frei.
Was Sie tun und was Sie vermeiden sollten
| Empfohlen | Zu vermeiden |
|---|---|
| Holz 10 bis 20 cm erhöht lagern | Scheite direkt auf Erde oder Gras legen |
| Nur die Oberseite abdecken | Den Stapel komplett in eine Plane einwickeln |
| Abstand zur Wand lassen | Den Stapel direkt an eine feuchte Hauswand setzen |
| Einen sonnigen, luftigen Standort wählen | In einer feuchten, unbelüfteten Ecke lagern |
| Holz ein bis zwei Tage vor Gebrauch ins Haus holen | Eine große Menge im Wohnzimmer lagern |
| Das älteste Holz zuerst verbrauchen | Frisches und trockenes Holz ohne Kennzeichnung mischen |
Frisches und trockenes Holz: zwei unterschiedliche Lagerarten
Holz, das noch trocknen muss
Spalten Sie es so früh wie möglich: Gespaltene Scheite trocknen schneller als ganze Rundlinge. Setzen Sie den Stapel so viel Sonne und Wind wie möglich aus. Rechnen Sie je nach Holzart oft mit ein bis zwei Jahren Trocknung. Notieren Sie das Einlagerungsdatum, um den Fortschritt zu verfolgen.
Bereits trockenes Holz
Ziel ist es, die erneute Aufnahme von Feuchtigkeit zu verhindern. Ein gut überdachter und belüfteter Unterstand reicht aus. Das gilt auch für kammergetrocknetes Holz: Es ist brennfertig, muss aber geschützt gelagert werden. Wie Sie den Zustand Ihres Holzes prüfen, erklärt unser Beitrag zur Restfeuchte von Brennholz.
Praxistipp: Teilen Sie Ihren Vorrat in zwei Bereiche auf. Ein Bereich für das Holz des laufenden Winters, ein Bereich für das Holz der folgenden Saison. So verbrennen Sie immer zuerst das trockenste Holz.
Häufige Probleme und Lösungen
- Weißer oder grüner Schimmel: Dem Holz fehlt Luft. Lüften Sie den Stapel und rücken Sie ihn von Wand oder Boden ab.
- Insekten: Sie kommen in naturbelassenem Holz häufig vor. Lagern Sie keine großen Mengen im Wohnbereich.
- Oberflächlich vergraute Scheite: Das ist meist nur eine Folge von Sonne und Regen. Es ist kein Problem, solange das Innere trocken ist.
- Instabiler Stapel: Bauen Sie die über Kreuz gelegten Enden neu auf und verringern Sie die Höhe.
Fazit
Brennholz richtig zu lagern ist einfach: ein Dach, Luft, eine erhöhte Unterlage und ein günstiger Standort. Diese Maßnahmen schützen Ihre Investition und sorgen den ganzen Winter für ein effizientes Feuer. Zur Vorbereitung der Saison lesen Sie auch unseren Beitrag Wie viel Brennholz für einen Winter? und unseren Brennholz-Ratgeber.
Häufige Fragen
Kann man Brennholz unter einer Plane lagern?
Ja, sofern nur die Oberseite des Stapels abgedeckt wird. Die Seiten müssen offen bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Ein vollständig abgedeckter Stapel hält die Feuchtigkeit fest.
Wie lange lässt sich trockenes Brennholz lagern?
Gut gelagertes trockenes Holz hält sich mehrere Jahre. Mit der Zeit kann es jedoch etwas an Qualität verlieren. Am besten verbrauchen Sie es in den folgenden zwei bis drei Heizperioden.
Sollte man Brennholz vor dem Verbrennen im Haus lagern?
Für eine kleine Menge ist das empfehlenswert. Ein bis zwei Tage bei Raumtemperatur verbessern das Anzünden und die Verbrennung. Bewahren Sie einen großen Vorrat im Freien oder in einem belüfteten Nebengebäude auf.
Muss kammergetrocknetes Holz anders gelagert werden?
Nein. Es gelten dieselben Regeln: vor Regen geschützt, erhöht und gut belüftet. Kammergetrocknetes Holz muss lediglich vor jeder erneuten Feuchtigkeitsaufnahme geschützt werden.



