ENplus A1 oder DINplus: Beide Pellet-Zertifikate beruhen auf derselben internationalen Norm, der ISO 17225-2, und stehen für hochwertige Holzpellets. Der wichtigste Unterschied liegt im Umfang der Kontrolle. ENplus überwacht die gesamte Kette von der Produktion bis zur Lieferung zu Ihnen nach Hause. DINplus zertifiziert vor allem das Produkt und den Hersteller. Für einen modernen Pelletkessel oder Pelletofen eignen sich beide Zeichen, sofern der Hersteller des Geräts sie zulässt.
In diesem Beitrag erklären wir, was die Zertifikate bedeuten, wie Sie sie auf einem Sack erkennen und welche Kriterien Sie vor einer Bestellung prüfen sollten.
Warum ist die Pelletqualität so wichtig?
Eine Pelletheizung arbeitet automatisch. Sie dosiert den Brennstoff, regelt die Verbrennungsluft und zündet das Feuer ohne Ihr Zutun. Dafür braucht sie einen gleichmäßigen Brennstoff. Pellets mit schwankender Qualität können Folgendes verursachen:
- eine schnellere Verschmutzung von Brenner und Wärmetauscher;
- mehr Asche, die entleert werden muss;
- Schlackebildung (geschmolzene und wieder erstarrte Ascherückstände);
- Störungen der Förderschnecke durch Staub (den sogenannten Feinanteil);
- einen geringeren Wirkungsgrad und höhere Emissionen.
Aus diesem Grund verlangen die meisten Hersteller von Pelletkesseln und Pelletöfen Pellets, die nach einer anerkannten Norm zertifiziert sind. Die Einhaltung dieser Vorgabe kann auch Voraussetzung für die Gerätegarantie sein.
Die gemeinsame Grundlage: die Norm ISO 17225-2
Die ISO 17225-2 ist die internationale Norm, die die Qualitätsklassen für Holzpellets festlegt. Sie sieht drei Klassen vor: A1, A2 und B. Die Klasse A1 ist die anspruchsvollste und für Pellets in Haushaltsfeuerungen vorgesehen.
| Kriterium | Klasse A1 (ISO 17225-2) |
|---|---|
| Durchmesser | 6 mm (oder 8 mm) |
| Länge | bis etwa 40 mm |
| Wassergehalt | höchstens 10 % |
| Aschegehalt | höchstens 0,7 % |
| Heizwert (Hi) | mindestens 4,6 kWh/kg (16,5 MJ/kg) |
| Üblicher Praxiswert | etwa 4,8 bis 5 kWh/kg |
Zum Vergleich: Die Norm lässt in der Klasse A2 bis etwa 1,2 % Asche zu, in der Klasse B bis etwa 2 %. Diese Klassen eignen sich eher für größere oder weniger empfindliche Anlagen.
Ein hilfreicher Richtwert: Etwa 2 kg Pellets liefern ungefähr so viel Energie wie etwa 1 Liter Heizöl.
ENplus A1: Zertifizierung der gesamten Kette
Was ENplus abdeckt
ENplus ist ein internationales Zertifizierungssystem für Holzpellets. In Deutschland ist es sehr weit verbreitet. Seine Besonderheit: Es endet nicht am Werkstor. Zertifiziert werden können Produzenten und Handels- und Lieferunternehmen. Das System stellt deshalb auch Anforderungen an:
- die Lagerung der Pellets vor der Lieferung;
- die Verladung und den Transport;
- die Dokumentation der Lieferung;
- die Begrenzung des Feinanteils bei der Anlieferung.
Der Gedanke ist einfach. Ein Pellet kann ab Werk einwandfrei sein und danach durch falsche Lagerung oder falschen Transport an Qualität verlieren. ENplus soll die Qualität bis zu dem Moment sichern, in dem die Pellets in Ihrem Silo oder Lagerraum ankommen.
Die ENplus-Klassen
ENplus übernimmt die Klassen der ISO 17225-2: ENplus A1, ENplus A2 und ENplus B. Einzelne Grenzwerte sind teilweise strenger als in der Grundnorm. Für einen Pelletofen oder Pelletkessel im Haushalt ist in der Regel ENplus A1 die empfohlene Klasse.
So erkennen Sie einen ENplus-Sack
Auf einem zertifizierten Sack finden Sie normalerweise:
- das ENplus-Logo;
- die Qualitätsklasse (A1 oder A2);
- eine Identifikationsnummer des zertifizierten Unternehmens, bestehend aus einem Ländercode und Ziffern.
Mit dieser Nummer lässt sich die Zertifizierung auf der offiziellen Website des ENplus-Systems überprüfen. Diese Prüfung ist sinnvoll, denn gelegentlich sind Säcke mit kopiertem Logo auf dem Markt.
DINplus: Zertifizierung des Produkts
Was DINplus abdeckt
DINplus ist ein Zertifizierungszeichen von DIN CERTCO, einer deutschen Zertifizierungsstelle. Auch DINplus beruht auf der ISO 17225-2. Die Kontrolle bezieht sich vor allem auf das Produkt und den Produktionsstandort: Laboranalysen, Produktionsüberwachung und regelmäßige Audits.
So erkennen Sie einen DINplus-Sack
Ein zertifizierter Sack trägt das DINplus-Logo und eine Registriernummer. Auch mit dieser Nummer können Sie die Zertifizierung bei der Zertifizierungsstelle überprüfen.
ENplus A1 oder DINplus: der Vergleich in der Tabelle
| Vergleichspunkt | ENplus A1 | DINplus |
|---|---|---|
| Bezugsnorm | ISO 17225-2, Klasse A1 | ISO 17225-2 |
| Träger | internationales ENplus-System | DIN CERTCO |
| Hauptumfang | Produktion, Handel und Lieferung | Produkt und Produktion |
| Kontrolle der Lieferung als lose Ware | ja, bei zertifizierten Unternehmen | nicht Kern des Zeichens |
| Kennzeichnung auf dem Sack | Logo, Klasse, Identifikationsnummer | Logo, Registriernummer |
| Verbreitung in Deutschland | sehr hoch | verbreitet |
In der Praxis ist der Qualitätsunterschied beim Pellet selbst oft gering. Der Unterschied liegt vor allem in der Rückverfolgbarkeit und in der Kontrolle der Lieferung.
Welches Zertifikat passt zu Ihrem Gerät?
Beginnen Sie mit der Bedienungsanleitung
Die Bedienungsanleitung Ihres Kessels oder Ofens gibt an, welcher Brennstoff zugelassen ist. Manche Hersteller nennen ausdrücklich ENplus A1, andere die ISO 17225-2 Klasse A1, wieder andere DINplus. Richten Sie sich vorrangig nach dieser Angabe.
Bei loser Ware ist ENplus ein echtes Plus
Wenn Sie Ihre Pellets als lose Ware per Silofahrzeug liefern lassen, beeinflussen Verladung, Transport und Einblasen direkt den Feinanteil. Die bei ENplus vorgesehene Kontrolle der Lieferkette ist dann besonders sinnvoll.
Bei Sackware eignen sich beide Zeichen
Pellets in Säcken sind durch ihre Verpackung geschützt. Säcke mit ENplus A1 oder DINplus bieten beide eine Qualität, die für Haushaltsfeuerungen geeignet ist.
Praxistipp: Bewahren Sie bei jeder Lieferung den Lieferschein auf und notieren Sie die Zertifizierungsnummer von den Säcken oder aus den Begleitpapieren. Bei einem Problem mit Ihrem Gerät helfen diese Angaben dem Heizungsbauer, die Ursache schnell einzugrenzen.
Kriterien, die Sie zusätzlich zum Zertifikat prüfen sollten
Ein Zertifikat ersetzt keine Sichtprüfung. Bevor Sie Ihr Lager füllen, achten Sie auf:
- Das Aussehen: Glänzende, glatte Pellets mit gleichmäßiger Länge sind ein gutes Zeichen.
- Den Feinanteil: Etwas Staub am Boden eines Sacks ist normal. Eine große Menge Staub ist es nicht.
- Den Geruch: Ein einwandfreies Pellet riecht nach Holz. Ein muffiger Geruch weist auf ein Lagerproblem hin.
- Die Festigkeit: Ein hochwertiges Pellet bricht glatt und zerbröselt nicht zwischen den Fingern.
- Den Zustand der Säcke: Durch eingerissene oder feuchte Säcke kann Feuchtigkeit eingedrungen sein.
Weiteres Wissen finden Sie in unserem Pellets-Ratgeber und in unserem Beitrag zum Pelletverbrauch pro Jahr. Wenn Sie mehrere Brennstoffe vergleichen, liefert Ihnen der Beitrag zum Heizwert von Brennstoffen konkrete Richtwerte.
Unsere zertifizierten Pellets
In unserem Shop ist die Zertifizierung jedes Produkts auf der jeweiligen Produktseite angegeben. Sie finden ENplus-Pellets und DINplus-Pellets, je nach Produkt als Sackware oder lose Ware. Die Lieferbedingungen finden Sie ausführlich auf der Seite Lieferung.
Fazit
ENplus A1 und DINplus beruhen auf derselben Norm und garantieren Pellets, die für Haushaltsfeuerungen geeignet sind. ENplus geht bei der Kontrolle der Lieferkette weiter, was bei loser Ware ein Vorteil ist. DINplus konzentriert sich auf das Produkt und seine Herstellung. Am wichtigsten bleibt, die Vorgaben Ihres Geräteherstellers einzuhalten und die Zertifizierungsnummer auf dem Sack zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind DINplus-Pellets schlechter als ENplus-A1-Pellets?
Nein. Beide Zeichen beruhen auf der ISO 17225-2 und garantieren eine hohe Qualität. Der Unterschied betrifft vor allem den Umfang der Kontrolle: ENplus schließt auch Handel und Lieferung ein.
Kann ich ENplus- und DINplus-Pellets in meinem Silo mischen?
In der Regel ja, wenn beide Produkte denselben Durchmesser haben und die Vorgaben Ihres Geräteherstellers erfüllen. Im Zweifel prüfen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Kessels oder Ofens.
Wie erkenne ich, ob ein Sack wirklich zertifiziert ist?
Notieren Sie die Identifikations- oder Registriernummer, die auf dem Sack aufgedruckt ist. Diese können Sie anschließend auf der offiziellen Website des jeweiligen Zeichens überprüfen.
Eignen sich ENplus-A2-Pellets für einen Pelletofen im Haushalt?
Pellets der Klasse A2 enthalten mehr Asche. Die meisten Hersteller von Pelletöfen für den Haushalt verlangen die Klasse A1. Prüfen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Geräts, bevor Sie eine andere Klasse verwenden.



