Welche Restfeuchte sollte Brennholz haben? In Deutschland schreibt die 1. BImSchV einen Wassergehalt unter 25 % vor. Gutes Brennholz liegt jedoch unter 20 %. Kammergetrocknetes Brennholz erreicht in der Regel 12 bis 20 %. Oberhalb dieser Werte heizt das Holz schlechter, erzeugt mehr Rauch und verschmutzt den Schornstein. Aber Vorsicht: Es gibt zwei Arten, die Feuchte zu berechnen, und sie ergeben für dasselbe Holz unterschiedliche Zahlen.
Wassergehalt oder Holzfeuchte: zwei unterschiedliche Berechnungen
Das ist die häufigste Ursache für Verwirrung. Es gibt zwei Methoden, die Feuchte von Holz anzugeben.
Der Wassergehalt (bezogen auf das Gesamtgewicht)
Der Wassergehalt setzt das Gewicht des Wassers ins Verhältnis zum Gesamtgewicht des Holzes, einschließlich Wasser. Diesen Wert verwendet die 1. BImSchV, und meist geben ihn auch Brennholzhändler an. Im Handel ist dafür oft der Begriff „Restfeuchte“ gebräuchlich.
Die Holzfeuchte (bezogen auf das Darrgewicht)
Die Holzfeuchte setzt das Gewicht des Wassers ins Verhältnis zum Gewicht des vollständig trockenen Holzes (Darrgewicht). Diesen Wert verwendet man in der Schreinerei und Tischlerei. Viele handelsübliche Feuchtemessgeräte zeigen diesen Wert an.
Die Umrechnungstabelle
Für dasselbe Holz ist die Holzfeuchte immer höher als der Wassergehalt. Die folgende Tabelle zeigt die Entsprechungen und den ungefähren Heizwert pro Kilogramm.
| Wassergehalt (bezogen auf Gesamtgewicht) | Holzfeuchte (bezogen auf Darrgewicht) | Ungefähre Energie | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 10 % | ca. 11 % | ca. 4,5 kWh/kg | Sehr trocken |
| 15 % | ca. 18 % | ca. 4,3 kWh/kg | Trocken, sehr gut |
| 20 % | 25 % | ca. 4,0 kWh/kg | Trocken, gutes Brennholz |
| 25 % | ca. 33 % | ca. 3,7 kWh/kg | Gesetzliche Grenze, nicht erreichen |
| 30 % | ca. 43 % | ca. 3,4 kWh/kg | Zu feucht |
| 50 % | 100 % | ca. 2,2 kWh/kg | Frisch geschlagenes Holz |
Die Energiewerte sind Größenordnungen, die für die meisten Holzarten gelten.
Ein konkretes Beispiel: Ihr Feuchtemessgerät zeigt 25 % an. Misst es die Holzfeuchte bezogen auf das Darrgewicht, hat Ihr Holz einen Wassergehalt von etwa 20 %. Es ist also trocken. Prüfen Sie in der Bedienungsanleitung immer, welchen Wert Ihr Gerät anzeigt.
Warum heizt feuchtes Holz so schlecht?
Bevor Holz brennen kann, muss es sein Wasser abgeben. Diese Verdampfung verbraucht Energie. Je feuchter das Holz, desto größer der Energieverlust.
Die Folgen sind vielfältig:
- weniger Wärme: Frisch geschlagenes Holz liefert kaum mehr als die Hälfte der Energie von trockenem Holz;
- eine kalte Verbrennung: Die Temperatur im Brennraum sinkt, die Gase verbrennen unvollständig;
- mehr Rauch und Feinstaub: Die Emissionen steigen deutlich;
- Ablagerungen im Schornstein: Wasserdampf und Teer kondensieren an den Wänden;
- ein höheres Risiko eines Schornsteinbrands: Diese Ablagerungen sind brennbar;
- eine verrußte Sichtscheibe und eine Feuerstätte, die schneller verschmutzt.
Zu feuchtes Holz zu verbrennen ist also nicht nur ineffizient. Es verstößt auch gegen die Vorschriften und gefährdet Ihre Anlage. Mehr zum rechtlichen Rahmen erfahren Sie in unserem Beitrag zu den Vorschriften für die Holzheizung in Deutschland.
So messen Sie die Restfeuchte Ihres Brennholzes
Das Feuchtemessgerät mit Messspitzen
Es ist das einfachste und gängigste Hilfsmittel. Es misst den elektrischen Widerstand des Holzes zwischen zwei Metallspitzen. Für eine verlässliche Messung gehen Sie so vor:
- Wählen Sie mindestens drei Scheite aus verschiedenen Bereichen des Stapels.
- Spalten Sie jedes Scheit in zwei Hälften.
- Messen Sie auf der frisch gespaltenen Fläche, in der Mitte des Scheits, nicht an den Enden.
- Stechen Sie die Spitzen in der Ausrichtung ein, die die Bedienungsanleitung angibt.
- Wählen Sie die Einstellung für die jeweilige Holzart, sofern das Gerät dies ermöglicht.
- Messen Sie bei Holz mit Raumtemperatur, also etwa 20 °C.
- Bilden Sie den Mittelwert der Ergebnisse.
Eine Messung an der Außenseite eines Scheits ergibt oft einen zu niedrigen Wert. Die Außenseite trocknet schneller als der Kern.
Sichtbare Anzeichen
Ohne Messgerät geben einige Hinweise einen ersten Eindruck:
- radiale Risse an den Stirnseiten der Scheite;
- Rinde, die sich leicht löst;
- ein heller, trockener Klang, wenn man zwei Scheite aneinanderschlägt;
- ein deutlich geringeres Gewicht als ein frisches Scheit gleicher Größe.
Diese Anzeichen sind nur Hinweise. Nur eine Messung zeigt die Restfeuchte verlässlich an.
Praxistipp: Messen Sie Ihr Holz im Herbst vor Beginn der Heizperiode und dann noch einmal mitten im Winter. Steigt der Wert, lässt Ihre Lagerung Feuchtigkeit eindringen. So können Sie das Problem rechtzeitig beheben.
Wie lange dauert die Trocknung von Brennholz?
Frisch geschlagenes Holz hat oft einen Wassergehalt um 50 %. Die Lufttrocknung hängt von der Holzart, der Scheitgröße und den Lagerbedingungen ab. Als Richtwerte für gut gelagerte, gespaltene Scheite gelten:
- Nadelholz: oft etwa ein Jahr;
- Buche und Esche: oft eineinhalb bis zwei Jahre;
- Eiche: oft zwei Jahre oder mehr.
Kammergetrocknetes Brennholz durchläuft einen anderen Prozess. Es verbringt mehrere Tage in einer beheizten und belüfteten Trockenkammer. So erreicht es eine Restfeuchte, die in der Regel zwischen 12 und 20 % liegt. Wir stellen dieses Verfahren im Beitrag Kammergetrocknetes Brennholz: die Vorteile vor.
Brennholz bis zum letzten Tag trocken halten
Trockenes Holz kann bei schlechtem Schutz wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Die Lagerung ist deshalb genauso wichtig wie die Trocknung. Die wichtigsten Regeln sind einfach: ein Dach, offene Seiten, eine erhöhte Unterlage und ein günstiger Standort. Alle Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag Brennholz richtig lagern.
Prüfen Sie beim Kauf die im Produktdatenblatt angegebene Restfeuchte jedes Brennholzes.
Fazit
Die Restfeuchte von Brennholz bestimmt seine Heizleistung, die Sauberkeit der Verbrennung und die Einhaltung der Vorschriften. Merken Sie sich drei Richtwerte: unter 25 % Wassergehalt nach der 1. BImSchV, unter 20 % für gutes Brennholz und 12 bis 20 % für kammergetrocknetes Holz. Messen Sie richtig, auf einer frisch gespaltenen Fläche, und prüfen Sie, welchen Wert Ihr Feuchtemessgerät anzeigt. Unser Brennholz-Ratgeber ergänzt diese Informationen.
Häufige Fragen
Welche Restfeuchte ist ideal für Brennholz?
Ein Wassergehalt unter 20 % ist ideal. Zwischen 15 und 20 % brennt das Holz gut und erzeugt wenig Rauch. Die 1. BImSchV schreibt einen Wassergehalt unter 25 % vor.
Mein Feuchtemessgerät zeigt 22 % an: Ist mein Holz trocken?
Das hängt vom angezeigten Wert ab. Misst das Gerät die Holzfeuchte bezogen auf das Darrgewicht, entsprechen 22 % einem Wassergehalt von etwa 18 %. Das Holz ist dann trocken. In der Bedienungsanleitung steht, welchen Wert Ihr Gerät anzeigt.
Ist zu trockenes Holz ein Problem?
In einem Kaminofen im Haushalt bereitet sehr trockenes Holz keine besonderen Probleme. Es brennt lediglich schneller ab. Passen Sie Nachlegemenge und Luftzufuhr gemäß der Bedienungsanleitung Ihrer Feuerstätte an.
Kann man feuchtes Holz neben dem Ofen trocknen?
Für größere Mengen ist das nicht empfehlenswert. Die Trocknung wäre langsam, und die Nähe zur Feuerstätte ist ein Risiko. Nur eine kleine Menge bereits trockenen Holzes sollte ein bis zwei Tage vor dem Gebrauch ins Haus geholt werden, unter Einhaltung der Sicherheitsabstände.




