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Kaufratgeber Stammholz

Stammholz kaufen und Brennholz selbst machen: Holzarten, Messung in Festmetern, Lieferung per Kranwagen, Sicherheit, Sägen, Trocknung und Ausbeute in Raummetern.

Wer Stammholz kauft, macht sein Brennholz selbst – vom Stammabschnitt bis zum trockenen Scheit. Diese Lösung richtet sich an Menschen mit passender Ausrüstung, ausreichend Platz und Zeit. Unser Beitrag Stammholz kaufen und selbst verarbeiten stellt die wichtigsten Schritte vor. Dieser Stammholz-Ratgeber erklärt Ihnen, wie Langholz vermessen wird, wie eine Lieferung per Kranwagen abläuft und wie Sie Stammholz sicher zu Scheiten verarbeiten. Außerdem hilft er Ihnen, die Ausbeute in Raummetern zu berechnen.

Was ist Stammholz bzw. Langholz?

Stammholz ist ein gefällter und entasteter Baumstamm. Als Langholz bezeichnet man Stammholz, das in Längen von mehreren Metern geliefert wird. Länge, Durchmesser und Holzart sind auf der Produktseite angegeben.

Stammholz wird in der Regel waldfrisch geliefert, sofern auf der Produktseite nicht anders angegeben. Seine Feuchte ist dann hoch. Es muss gesägt, gespalten und getrocknet werden, bevor es verfeuert werden kann.

Für wen eignet sich Stammholz?

Stammholz eignet sich für Selbstversorger mit passender Ausrüstung. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob Sie über Folgendes verfügen:

  • eine Motorsäge, die zum Durchmesser des Stammholzes passt, sowie die persönliche Schutzausrüstung;
  • einen Holzspalter oder Spaltwerkzeug (Spalthammer, Keile);
  • eine Ablagefläche, die für den Kranwagen erreichbar ist;
  • einen überdachten, belüfteten Trocknungsplatz für einen Vorrat von einem bis mehreren Jahren;
  • Zeit und Fachkenntnis, um sicher zu arbeiten.

Fehlt einer dieser Punkte, ist ofenfertiges Brennholz die bessere Wahl. Entdecken Sie unser Sortiment an Brennholz und unseren Brennholz-Ratgeber.

Welche Holzarten eignen sich als Stammholz?

HolzartSpaltenRichtwert Trocknung nach dem SpaltenEnergie pro Raummeter (trockenes Holz)
BucheLeicht, besonders im frischen Zustandetwa 1,5 bis 2 Jahreetwa 2.000–2.100 kWh
EicheRecht leichtetwa 2 bis 3 Jahreetwa 2.000–2.100 kWh
EscheLeichtetwa 1,5 bis 2 Jahreetwa 2.000 kWh
HainbucheSchwer (Drehwuchs)etwa 1,5 bis 2 Jahrevergleichbar mit Buche
BirkeLeicht im frischen Zustandetwa 1 bis 1,5 Jahreetwa 1.700–1.900 kWh
Fichte, KieferLeicht, außer an Astansätzenetwa 1 Jahretwa 1.400–1.600 kWh

Buche und Birke sollten nach der Lieferung zügig gesägt und gespalten werden. Bleiben sie unbearbeitet liegen, werden sie schneller entwertet (Verstocken, Pilzbefall). Eiche verträgt eine Wartezeit besser, trocknet aber langsam.

Das verfügbare Stammholz finden Sie in unserer Kategorie Stammholz.

Die Messung in Festmetern

Stammholz wird nach Festmeter (FM) verkauft. Diese Einheit entspricht 1 m³ massivem Holz ohne jeden Zwischenraum.

Wie wird das Volumen berechnet?

Das Volumen eines Stammes wird in der Regel aus seiner Länge und seinem in der Stammmitte gemessenen Durchmesser berechnet. Häufig wird ein Rindenabzug vorgenommen. Das genaue Messverfahren ist auf der Produktseite oder auf dem Lieferschein angegeben.

Umrechnung in andere Einheiten

EinheitUngefähre Entsprechung
1 Festmeteretwa 1,4 Raummeter (RM, geschichtet)
1 Festmeteretwa 2 bis 2,4 Schüttraummeter (SRM)
1 Raummeteretwa 0,7 Festmeter

Diese Werte hängen von der Scheitlänge und der Sorgfalt beim Stapeln ab. Unser Beitrag zu Raummeter, Schüttraummeter und Festmeter erklärt diese Einheiten im Detail.

Lieferung per Kranwagen: die Voraussetzungen

Stammholz wird mit einem Lkw mit Ladekran geliefert. Der Fahrer legt das Stammholz direkt auf der vorgesehenen Fläche ab. Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich.

Die Zufahrt

  • Der Kranwagen ist ein schweres und langes Fahrzeug. Der Zufahrtsweg muss befahrbar, ausreichend breit und ohne zu enge Kurven sein.
  • Prüfen Sie die lichte Höhe: Äste, Strom- oder Telefonleitungen, Torbögen.
  • Teilen Sie bei der Bestellung Gefälle, schmale Wege oder Gewichtsbeschränkungen mit.

Die Ablagefläche

  • Sehen Sie eine ebene, freie und ausreichend lange Fläche für die Länge des Stammholzes vor, mit einem Sicherheitsabstand.
  • Die Reichweite des Krans ist begrenzt: Die Fläche muss sich in unmittelbarer Nähe des Standplatzes des Lkw befinden.
  • Legen Sie nach Möglichkeit Kanthölzer oder Bohlen auf den Boden, damit das Stammholz nicht direkt auf der Erde liegt.
  • Wählen Sie einen Platz, an dem später sicher gesägt werden kann.

Der tragfähige Untergrund

Der Boden muss das Gewicht des beladenen Lkw und des abgestützten Krans tragen. Aufgeweichter Rasen, lockerer Boden oder eine Schachtabdeckung können nachgeben. Im Zweifel wählen Sie eine Ablage auf befestigtem Untergrund, am Rand eines Weges oder eines Hofes.

Während des Abladens

  • Seien Sie anwesend, um die genaue Ablagestelle anzugeben.
  • Halten Sie Kinder, Tiere und Zuschauer fern.
  • Halten Sie sich niemals unter einer schwebenden Last oder im Schwenkbereich des Krans auf.

Aus Sicherheitsgründen kann eine Ablage, die als gefährlich oder unzugänglich eingeschätzt wird, nicht immer durchgeführt werden. Die allgemeinen Bedingungen finden Sie auf unserer Seite Lieferung.

Sicherheit: Motorsäge und Schutzausrüstung

Die Arbeit mit der Motorsäge birgt ernsthafte Risiken. Sicherheit geht vor Arbeitstempo.

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Forsthelm mit Gitter-Gesichtsschutz und Gehörschutz.
  • Schnittschutzhose oder Schnittschutz-Beinlinge.
  • Sicherheitsschuhe oder -stiefel mit Schnittschutz.
  • Geeignete Arbeitshandschuhe.
  • Eng anliegende Kleidung ohne lose Teile.

Die Ausbildung

Wir empfehlen, vor der Arbeit mit Stammholz einen Motorsägenlehrgang zu besuchen. In Deutschland werden solche Kurse von verschiedenen Bildungsträgern angeboten. Für die Arbeit im Staats- oder Kommunalwald wird häufig ein Nachweis (Motorsägenschein) verlangt.

Die Grundregeln

  • Arbeiten Sie niemals allein. Eine zweite Person muss Hilfe holen können.
  • Halten Sie einen Erste-Hilfe-Kasten und ein Telefon griffbereit.
  • Prüfen Sie vor jedem Einsatz Kettenbremse, Kettenschärfe und Kettenspannung.
  • Halten Sie die Maschine mit beiden Händen und achten Sie auf einen sicheren Stand.
  • Achten Sie auf den Rückschlag (Kickback): Vermeiden Sie Schnitte mit dem oberen Bereich der Schienenspitze.
  • Sichern Sie das Stammholz gegen Wegrollen. Steigen Sie niemals auf einen Stammholzpolter.
  • Legen Sie regelmäßig Pausen ein: Ermüdung erhöht das Unfallrisiko.

Nutzen Sie beim Holzspalter stets die Zweihandbedienung und setzen Sie niemals eine Sicherheitseinrichtung außer Kraft. Beachten Sie in jedem Fall die Bedienungsanleitungen Ihrer Maschinen.

Vom Langholz zum Scheit: Sägen, Spalten und Trocknen

Den Arbeitsplatz organisieren

Richten Sie einen freien, ebenen und stabilen Arbeitsbereich ein. Planen Sie den Platz für die Rollen, den Spaltbereich und den Trocknungsunterstand, um unnötiges Umsetzen zu vermeiden.

Ablängen in Rollen

Schneiden Sie das Stammholz in Rollen in der passenden Länge für Ihre Feuerstätte: meist 25, 33 oder 50 cm. Markieren Sie die Schnitte vorab, um gleichmäßige Längen zu erhalten. Ein Scheit sollte mindestens 5 cm kürzer sein als der Brennraum.

Das Spalten

Spalten Sie die Rollen zügig nach dem Sägen. Frisches Holz lässt sich in der Regel leichter spalten. Gespaltene Scheite trocknen deutlich schneller als ganze Rundlinge. Als Richtwert eignen sich Scheite mit 8 bis 15 cm Kantenlänge für die meisten Öfen.

Das Trocknen

Stapeln Sie die gespaltenen Scheite an einem sonnigen, windexponierten Platz unter einem Dach mit offenen Seiten. Lagern Sie den Stapel mit Abstand zum Boden.

HolzartRichtwert Trocknungsdauer
Fichte, Kieferetwa 1 Jahr
Birkeetwa 1 bis 1,5 Jahre
Buche, Esche, Hainbucheetwa 1,5 bis 2 Jahre
Eicheetwa 2 bis 3 Jahre

Diese Zeiträume gelten für gespaltene und richtig gelagerte Scheite. Prüfen Sie vor dem Verfeuern die Restfeuchte mit einem Holzfeuchtemessgerät. Die deutsche Verordnung schreibt eine Restfeuchte unter 25 % vor. Gutes, trockenes Brennholz liegt unter 20 %.

Die Ausbeute in Raummetern berechnen

Die Grundumrechnung

1 Festmeter ergibt etwa 1,4 Raummeter gestapelte Scheite bzw. etwa 2 bis 2,4 Schüttraummeter. Beim Sägen entstehen etwas Sägemehl und einige Abschnitte, was das Endvolumen leicht verringert.

Rechenbeispiel

Sie erhalten 10 Festmeter Buche:

  • 10 × 1,4 ≈ 14 Raummeter gestapelte Scheite;
  • also etwa 20 bis 24 Schüttraummeter;
  • in getrocknetem Zustand etwa 14 × 2.000 bis 2.100 kWh, also etwa 28.000 bis 29.000 kWh Rohenergie.

Die zu bestellende Stammholzmenge abschätzen

Gehen Sie von Ihrem Jahresverbrauch in Raummetern aus. Teilen Sie ihn durch 1,4, um das Volumen in Festmetern zu erhalten. Ein Verbrauch von 5 bis 6 Raummetern pro Jahr entspricht beispielsweise etwa 3,5 bis 4,3 Festmetern Stammholz.

Das Holz muss je nach Holzart ein bis drei Jahre trocknen. Planen Sie Ihre Käufe daher im Voraus und organisieren Sie einen rollierenden Vorrat: Das in diesem Jahr gelieferte Holz heizt Ihr Haus in einer bis drei Heizperioden.

Häufige Fragen

Wird Stammholz trocken geliefert?

In der Regel nicht. Stammholz wird meist waldfrisch geliefert, sofern auf der Produktseite nicht anders angegeben. Es muss vor dem Verfeuern gesägt, gespalten und getrocknet werden.

Wie viele Raummeter ergibt 1 Festmeter?

Etwa 1,4 Raummeter gestapelte Scheite. Das genaue Ergebnis hängt von der Scheitlänge, der Sorgfalt beim Stapeln und den Verlusten beim Sägen ab.

Welche Fläche brauche ich für die Lieferung per Kranwagen?

Sehen Sie eine ebene, freie Fläche vor, die länger als das Stammholz ist und in unmittelbarer Nähe des Standplatzes des Lkw liegt. Der Boden muss tragfähig und die Zufahrt in Breite und Höhe frei sein.

Braucht man eine Ausbildung, um eine Motorsäge zu benutzen?

Für den privaten Gebrauch wird ein Lehrgang dringend empfohlen. Für die Arbeit im Staats- oder Kommunalwald ist er häufig Voraussetzung. Tragen Sie in jedem Fall die vollständige Schutzausrüstung und arbeiten Sie niemals allein.

Wie lange dauert es, bis das Holz verfeuert werden kann?

Nach dem Sägen und Spalten rechnen Sie mit etwa einem Jahr für Nadelholz, eineinhalb bis zwei Jahren für Buche, Esche und Hainbuche und zwei bis drei Jahren für Eiche. Messen Sie vor dem Verfeuern stets die Restfeuchte.

Kann man Stammholz mehrere Monate unbearbeitet liegen lassen?

Davon ist abzuraten, besonders bei Buche und Birke. Unbearbeitetes Stammholz trocknet sehr langsam und kann an Qualität verlieren. Sägen und spalten Sie es möglichst bald nach der Lieferung.