Wer Brennholz kaufen möchte, sollte sechs Punkte in dieser Reihenfolge prüfen: die Restfeuchte, die Holzart, die Scheitlänge, die Art der Feuerstätte, die Verkaufseinheit und die Lieferart. Das erste Kriterium ist mit Abstand das wichtigste. Trockenes Holz mit einer Restfeuchte unter 20 % heizt besser, erzeugt weniger Rauch und verschmutzt Ihren Schornstein weniger. Mit den übrigen Kriterien passen Sie das Holz anschließend an Ihren Ofen, Ihren Kamin und Ihre Heizgewohnheiten an.
Kriterium 1: eine Restfeuchte unter 20 %
Feuchtes Holz verbraucht einen Teil seiner Energie, um das enthaltene Wasser zu verdampfen. Es heizt schlechter, schwärzt die Sichtscheibe und begünstigt Ablagerungen im Schornstein.
In Deutschland schreibt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) einen Wassergehalt unter 25 % vor. Gutes Brennholz liegt jedoch unter 20 %. Kammergetrocknetes Brennholz erreicht in der Regel eine Restfeuchte von 12 bis 20 %.
Prüfen Sie vor dem Kauf deshalb:
- ob die Restfeuchte im Produktdatenblatt angegeben ist;
- ob es sich um luftgetrocknetes oder kammergetrocknetes Holz handelt;
- ob das Holz sofort brennfertig ist oder bei Ihnen noch nachtrocknen muss.
Wie die Messung funktioniert und was die Werte eines Feuchtemessgeräts bedeuten, erklärt unser Beitrag zur Restfeuchte von Brennholz.
Kriterium 2: die Holzart, passend zum Einsatzzweck
Nicht alle Holzarten brennen gleich. Die Wahl hängt davon ab, was Sie von Ihrem Feuer erwarten: lang anhaltende Wärme, ein schönes Flammenbild oder ein schnelles Anheizen.
Harte Laubhölzer: Eiche, Buche, Esche
Diese Hölzer sind dicht. Bei gleichem Volumen enthalten sie mehr Energie als Weichhölzer. Sie eignen sich als Hauptheizung für eine Wohnung oder ein Haus. Buche brennt mit gleichmäßiger Flamme. Eiche bildet eine lang anhaltende Glut. Esche trocknet schneller und brennt ausgewogen.
Leichtere Hölzer: Birke und Nadelholz
Birke lässt sich leicht entzünden und brennt mit lebhafter Flamme. Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer geben schnell Wärme ab, brennen aber auch schnell herunter. Außerdem sprühen sie mehr Funken. Sie eignen sich vor allem zum Anzünden oder für kurze Zusatzwärme.
Mischholz
Mischholz kombiniert mehrere Laubholzarten. Es ist eine vielseitige Lösung für den täglichen Gebrauch. Prüfen Sie einfach die Zusammensetzung im Produktdatenblatt.
Einen ausführlichen Vergleich der Holzarten finden Sie in unserem Beitrag Welches Holz heizt am besten?.
Kriterium 3: eine Scheitlänge, die zu Ihrem Brennraum passt
Ein zu langes Scheit passt nicht in den Brennraum oder berührt die Sichtscheibe. Ein zu kurzes Scheit lässt Platz ungenutzt. Messen Sie Breite und Tiefe Ihres Brennraums und planen Sie einige Zentimeter Spielraum ein.
| Scheitlänge | Typische Feuerstätten |
|---|---|
| 25 cm | Kleine Kaminöfen, Holzherde, kompakte Kamineinsätze |
| 33 cm | Die meisten Kaminöfen und Kamineinsätze |
| 50 cm | Große Feuerräume, offene Kamine, manche Scheitholzkessel |
| 1 m | Große Scheitholzkessel oder Holz zum Selbstnachschneiden |
Im Zweifel nennt die Bedienungsanleitung Ihrer Feuerstätte die maximal empfohlene Scheitlänge.
Kriterium 4: die Art der Feuerstätte
Auch Ihre Feuerstätte beeinflusst die Wahl des Holzes:
- Geschlossener Kaminofen: Gut getrocknete harte Laubhölzer sind geeignet. Eiche und Buche ermöglichen lange Abbrandzyklen.
- Kamineinsatz oder geschlossener Kamin: Es gilt dasselbe wie beim Kaminofen, mit besonderem Augenmerk auf die Scheitlänge.
- Offener Kamin: Bevorzugen Sie funkenarme Holzarten wie Buche. Verzichten Sie auf Nadelholz.
- Scheitholzkessel: Halten Sie sich an die vom Hersteller angegebene Länge und Restfeuchte. Diese Anlagen stellen oft hohe Anforderungen an die Brennstoffqualität.
Unabhängig von der Feuerstätte gilt: Verbrennen Sie nur naturbelassenes, unbehandeltes Holz. Lackiertes, gestrichenes oder beschichtetes Holz, Spanplatten und Paletten sind in einem Kaminofen im Haushalt kein zulässiger Brennstoff.
Kriterium 5: die Verkaufseinheit
Brennholz wird in verschiedenen Einheiten verkauft. Ohne sie zu kennen, lassen sich zwei Angebote kaum vergleichen.
- Raummeter (RM, geschichtet): ein Volumen gestapelter Scheite, einschließlich der Luftzwischenräume.
- Schüttraummeter (SRM): ein Volumen lose geschütteter Scheite, mit mehr Luft dazwischen.
- Festmeter (FM): ein Volumen massiven Holzes ohne Luft, vor allem bei Stammholz gebräuchlich.
Als Richtwert entspricht 1 Festmeter etwa 1,4 Raummetern bzw. etwa 2 bis 2,4 Schüttraummetern, je nach Scheitlänge. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer in derselben Einheit. Unser Beitrag Raummeter, Schüttraummeter und Festmeter erklärt die Umrechnung im Detail.
Kriterium 6: Verpackung und Lieferung
Brennholz kann als lose Ware per Kipper, auf Paletten oder als Sackware geliefert werden. Jede Variante hat ihre Vorteile:
- Lose Ware: geeignet für große Mengen, Sie müssen das Holz aber selbst aufschichten.
- Auf Paletten: sauberer, leichter zu lagern und umzusetzen.
- In Säcken oder Netzen: praktisch für den gelegentlichen Gebrauch oder bei wenig Platz.
Denken Sie auch an die Zufahrt für den Lkw und an den verfügbaren Lagerplatz. Die Lieferung erfolgt in der Regel frei Bordsteinkante. Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite Lieferung.
Praxistipp: Messen Sie vor der Bestellung Ihren Brennraum und Ihren Lagerplatz aus. Notieren Sie die maximale Scheitlänge und die verfügbare Fläche. Diese beiden Maße vermeiden die meisten Bestellfehler.
Brennholz auswählen: die Checkliste vor der Bestellung
Bevor Sie Ihren Warenkorb abschließen, stellen Sie sich diese Fragen:
- Ist die Restfeuchte angegeben und liegt sie unter 20 %?
- Passt die Holzart zu Ihrem hauptsächlichen Einsatzzweck?
- Passt die Scheitlänge zu Ihrem Brennraum?
- Ist die Verkaufseinheit eindeutig und mit anderen Angeboten vergleichbar?
- Passt die Verpackung zu Ihrem Lagerplatz?
- Kann der Lkw bis zu Ihrer Adresse fahren?
Wenn Sie alle sechs Fragen mit Ja beantworten, können Sie mit gutem Gefühl bestellen. Alle unsere Holzarten finden Sie in der Kategorie Brennholz.
Fazit
Um Brennholz richtig auszuwählen, brauchen Sie kein technisches Spezialwissen. Die Restfeuchte bleibt das entscheidende Kriterium: Trockenes Holz ist die Grundlage für ein effizientes und sauberes Feuer. Mit Holzart, Scheitlänge und Verpackung passen Sie das Holz anschließend an Ihre Feuerstätte und Ihr Zuhause an. Alle wichtigen Informationen bündelt unser Brennholz-Ratgeber.
Häufige Fragen
Welches Kriterium ist beim Brennholzkauf am wichtigsten?
Die Restfeuchte. Holz mit einer Restfeuchte unter 20 % heizt deutlich besser als feuchtes Holz. Außerdem entstehen weniger Rauch und weniger Ablagerungen im Schornstein.
Kann man verschiedene Holzarten in einem Feuer mischen?
Ja. Viele Nutzer zünden das Feuer mit einem leichten Holz wie Birke an und legen dann Eiche oder Buche nach, um die Wärme zu halten. Entscheidend ist, dass alle Scheite trocken sind.
Welche Scheitlänge passt zu einem Kaminofen?
Eine Länge von 33 cm passt zu den meisten Kaminöfen. Prüfen Sie dennoch die Maße Ihres Brennraums und die Empfehlungen des Herstellers. Planen Sie immer einige Zentimeter Spielraum ein.
Ist kammergetrocknetes Brennholz unbedingt notwendig?
Nein. Auch ausreichend lange luftgetrocknetes Holz kann eine gute Restfeuchte erreichen. Der Hauptvorteil von kammergetrocknetem Holz ist, dass es ab der Lieferung sofort brennfertig ist.




