Holzpellets sind ein praktischer, gleichmäßiger und leicht zu dosierender Brennstoff. Damit sie optimal funktionieren, müssen Sie jedoch eine für Ihre Feuerstätte geeignete Qualität wählen, Ihren Verbrauch richtig abschätzen und die Pellets unter guten Bedingungen lagern. Dieser Pellets-Ratgeber erklärt Ihnen die Normen, die Qualitätskriterien, die Unterschiede zwischen Sackware und loser Ware sowie die Vorbereitung einer Lieferung per Silofahrzeug.
Was ist ein Pellet?
Ein Pellet ist ein kleiner Zylinder aus gepresstem Holz. Es wird aus Sägespänen und Hobelspänen aus naturbelassenem, unbehandeltem Holz hergestellt, die meist aus Sägewerken stammen. Das Material wird getrocknet und anschließend durch eine Matrize gepresst. Das natürlich im Holz enthaltene Lignin sorgt für den Zusammenhalt des Pellets. Die Normen erlauben einen geringen Zusatz natürlicher Presshilfsmittel wie Stärke in engen Grenzen.
Die wichtigsten Eigenschaften:
- Durchmesser: meist 6 mm, gelegentlich 8 mm.
- Länge: einige Millimeter bis einige Zentimeter.
- Wassergehalt: höchstens 10 %.
- Energie: in der Praxis etwa 4,8 bis 5 kWh pro Kilogramm.
Eine einfache Faustregel: 2 kg Pellets liefern ungefähr so viel Energie wie 1 Liter Heizöl.
Normen und Zertifizierungen: ENplus A1, A2 und DINplus
Die Norm ISO 17225-2
Die internationale Norm ISO 17225-2 legt die Qualitätsklassen für Pellets zur nicht industriellen Verwendung fest: A1, A2 und B. Die Klasse A1 stellt die strengsten Anforderungen, insbesondere an den Aschegehalt.
Die ENplus-Zertifizierung
ENplus ist ein Zertifizierungssystem auf Grundlage der ISO 17225-2. Es kontrolliert nicht nur die Herstellung, sondern auch Lagerung, Handel und Lieferung. Jeder zertifizierte Sack trägt das ENplus-Logo, die Qualitätsklasse und eine Identifikationsnummer des zertifizierten Unternehmens.
- ENplus A1: die Qualität für Pelletöfen und Pelletkessel im Haushalt.
- ENplus A2: ein höherer zulässiger Aschegehalt. Diese Klasse wird vor allem in leistungsstärkeren Kesseln eingesetzt, die für diesen Brennstoff ausgelegt sind.
Die DINplus-Zertifizierung
DINplus ist eine Zertifizierung von DIN CERTCO. Sie basiert ebenfalls auf der ISO 17225-2. Für den Anwender sind ENplus A1 und DINplus zwei anerkannte Nachweise einer geprüften Qualität. Entscheidend bleibt jedoch die vom Hersteller Ihrer Feuerstätte geforderte Qualität. Prüfen Sie daher stets die Bedienungsanleitung oder die Garantiebedingungen Ihres Ofens oder Kessels.
Zertifizierte Produkte werden nur dann als solche ausgewiesen, wenn die Produktseite dies angibt. Sie finden sie in der Kategorie ENplus-Pellets.
Die Qualitätskriterien von Pellets
| Kriterium | Richtwert für Klasse A1 | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Durchmesser | 6 mm (oder 8 mm) | Muss zu Ihrer Feuerstätte passen |
| Wassergehalt | höchstens 10 % | Bessere Verbrennung, weniger Rückstände |
| Asche | höchstens 0,7 % | Weniger Reinigung, weniger Schlacke |
| Heizwert | mindestens 4,6 kWh/kg (16,5 MJ/kg) | In der Praxis etwa 4,8 bis 5 kWh/kg |
| Mechanische Festigkeit | mindestens 97,5 bis 98 % je nach Regelwerk | Widerstandsfähige Pellets, weniger Feinanteil |
| Feinanteil | sehr geringer Anteil bei der Verladung | Weniger Staub, gleichmäßige Zufuhr |
Wassergehalt
Ein niedriger Wassergehalt sorgt für eine saubere Verbrennung und ein stabiles Pellet. Ein feuchtes Pellet quillt auf, zerfällt und stört die Brennstoffzufuhr der Anlage.
Asche
Der Aschegehalt beeinflusst direkt, wie oft gereinigt werden muss. Mit A1-Pellets füllt sich der Aschekasten langsamer, und der Brenner verschmutzt weniger.
Feinanteil
Der Feinanteil umfasst Staub und zerbrochene Pellets. Eine kleine Menge ist normal, besonders nach dem Transport. Ein hoher Anteil kann die Förderschnecke oder das Saugsystem blockieren.
Mechanische Festigkeit
Sie misst die Widerstandsfähigkeit der Pellets gegen Stöße und Handhabung. Je höher sie ist, desto weniger Pellets zerbrechen bei Transport, Einblasen und Lagerung.
Sichtprüfung
Ein hochwertiges Pellet hat eine glatte, leicht glänzende Oberfläche, eine recht gleichmäßige Länge und riecht nach Holz. Prüfen Sie im Zweifel die auf dem Sack oder dem Lieferschein aufgedruckte Qualitätsklasse und Zertifizierungsnummer.
Sackware oder lose Ware: Was ist die richtige Wahl?
| Kriterium | Pellets als Sackware | Pellets als lose Ware |
|---|---|---|
| Verpackung | 15-kg-Säcke, häufig 66 Säcke pro Palette (990 kg) | Geliefert per Silofahrzeug |
| Typische Feuerstätte | Pelletofen, kleiner Kessel mit manueller Befüllung | Pelletkessel mit Lager |
| Lagerung | Trockener Raum, auf Palette | Silo oder eigener Lagerraum |
| Handhabung | Manuelles Befüllen des Vorratsbehälters | Automatische Zufuhr |
| Menge | Flexibel, von einigen Säcken bis zu mehreren Paletten | In der Regel mehrere Tonnen |
Sackware eignet sich für Pelletöfen und geringen Verbrauch. Sie lässt sich leicht lagern und von Hand tragen.
Lose Ware eignet sich für Pelletkessel mit Pelletlager. Sie verringert den Handhabungsaufwand und die Verpackungsmenge. Beide Formen finden Sie in unserer Kategorie Holzpellets.
Pelletverbrauch: Mit welcher Menge sollten Sie rechnen?
Die Berechnungsmethode
Pelletmenge (kg) = zu deckender Wärmebedarf (kWh) ÷ (Energie pro kg × Wirkungsgrad der Feuerstätte)
Der Wirkungsgrad eines modernen Pelletkessels oder Pelletofens liegt häufig zwischen 85 und 95 %. Beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Anlage.
Beispiel 1: Pelletkessel für ein Einfamilienhaus
Ihr Haus benötigt pro Jahr etwa 15.000 bis 20.000 kWh Wärme. Mit Pellets von etwa 4,9 kWh/kg und einem Wirkungsgrad von etwa 90 %:
- Nutzbare Energie pro kg: 4,9 × 0,9 ≈ 4,4 kWh.
- Jahresbedarf: etwa 3,4 bis 4,5 Tonnen.
Beispiel 2: Pelletofen als Zusatzheizung
Ihr Ofen deckt pro Jahr etwa 3.000 bis 5.000 kWh bei einem Wirkungsgrad von etwa 85 %:
- Jahresbedarf: etwa 0,7 bis 1,2 Tonnen.
- Also etwa 50 bis 80 Säcke à 15 kg.
Ausgehend vom bisherigen Heizölverbrauch
Wenn Sie einen Ölkessel ersetzen, gilt als Faustregel: 1.000 Liter Heizöl entsprechen energetisch etwa 2 Tonnen Pellets. Berücksichtigen Sie den unterschiedlichen Wirkungsgrad der alten und der neuen Anlage.
Unser Beitrag zum Pelletverbrauch pro Jahr enthält weitere Beispiele.
Pellets sicher lagern
Sackware: trocken und geschützt
- Lagern Sie die Säcke in einem trockenen Raum, geschützt vor Regen und Bodenfeuchte.
- Stellen Sie sie auf eine Palette, mit Abstand zu den Wänden.
- Lassen Sie die Säcke bis zur Verwendung verschlossen.
- Stapeln Sie die Säcke nicht höher, als es die Standsicherheit erlaubt.
Richtig gelagert sind Pellets lange haltbar. Feuchtigkeit ist ihr größter Feind.
Silo oder Lagerraum
Lose Ware wird in einem eigens eingerichteten, gemauerten Lagerraum, in einem Gewebetank oder in einem Erdtank gelagert. Das Lager sollte idealerweise den Bedarf eines Jahres aufnehmen. Die Schüttdichte von Pellets beträgt etwa 650 kg/m³. Eine Tonne benötigt daher etwa 1,5 m³, ohne den nicht nutzbaren Raum des Lagers. Die genaue Dimensionierung ist Sache Ihres Heizungsbauers.
Reinigung des Lagers
Mit jeder Lieferung sammelt sich Feinanteil am Boden des Lagers an. Entleeren und reinigen Sie das Lager in regelmäßigen Abständen, am besten wenn der Vorrat fast aufgebraucht ist. Die Häufigkeit hängt von der Lagerart und den Empfehlungen des Herstellers ab; häufig liegt sie bei einigen Jahren.
Belüftung und Sicherheit: die Gefahr durch Kohlenmonoxid
Gelagerte Pellets geben auf natürliche Weise Gase ab, insbesondere Kohlenmonoxid (CO). Dieses Gas ist unsichtbar, geruchlos und giftig. In einem geschlossenen Lagerraum kann seine Konzentration gefährlich werden, besonders in den Wochen nach einer Lieferung.
Wichtige Sicherheitsregeln:
- Belüften Sie den Lagerraum dauerhaft, zum Beispiel über belüftete Stutzendeckel oder eine Öffnung ins Freie, gemäß den Anweisungen des Heizungsbauers.
- Lüften Sie vor dem Betreten: Öffnen Sie die Tür und lassen Sie ausreichend lange lüften, bevor Sie den Raum betreten, gemäß den Empfehlungen des Herstellers.
- Betreten Sie den Raum nie allein: Eine zweite Person muss draußen bleiben.
- Verwenden Sie einen CO-Warnmelder, wenn Sie den Raum betreten müssen.
- Bringen Sie ein Warnschild an der Tür an und halten Sie Kinder fern.
- Steigen Sie niemals in ein kleines Silo oder einen Tank: Diese Räume sind nicht für das Betreten ausgelegt.
- Vermeiden Sie jede Zündquelle im Lagerraum.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Pellets lagern: Sack oder Silo.
Lieferung loser Ware per Silofahrzeug
Lose Pellets werden mit einem Silofahrzeug geliefert. Der Fahrer schließt einen Schlauch an den Befüllstutzen des Lagers an und bläst die Pellets ein. Ein zweiter Schlauch saugt Luft und Staub ab.
Zufahrt zur Lieferstelle
- Das Silofahrzeug ist ein schweres Fahrzeug: Prüfen Sie Breite, lichte Höhe und Tragfähigkeit der Zufahrt.
- Die Schlauchlänge zwischen Lkw und Befüllstutzen ist begrenzt, häufig auf bis zu etwa 30 m.
- Teilen Sie bei der Bestellung besondere Einschränkungen mit: enge Straße, Gefälle, schwierige Parksituation.
Das Lager vorbereiten
- Prüfen Sie den Restbestand und stellen Sie sicher, dass die bestellte Menge in das Lager passt.
- Sorgen Sie dafür, dass Befüll- und Absaugstutzen gut zugänglich sind.
- Prüfen Sie die Erdung der Stutzen.
- Kontrollieren Sie die Prallschutzmatte gegenüber dem Befüllstutzen. Sie schützt die Wand und verringert den Pelletbruch.
- Reinigen Sie das Lager, wenn sich viel Feinanteil angesammelt hat.
Den Kessel vor dem Einblasen abschalten
Beim Einblasen entstehen Überdruck und Sog im Lager. Der Kessel muss vor der Lieferung abgeschaltet werden, und zwar mit dem in der Bedienungsanleitung angegebenen Vorlauf. So wird verhindert, dass Abgase in den Lagerraum gesaugt werden. Nehmen Sie ihn erst nach der vom Hersteller vorgesehenen Wartezeit wieder in Betrieb.
Am Liefertag
Seien Sie anwesend oder benennen Sie eine Person, die die Lage der Stutzen zeigt. Prüfen Sie den Lieferschein, der die gelieferte Menge und die Qualität angibt. Die allgemeinen Lieferbedingungen finden Sie auf unserer Seite Lieferung.
Wann sollte man Pellets kaufen?
Die Nachfrage nach Pellets ist im Herbst und Winter am höchsten. Eine Bestellung im Frühjahr oder Sommer hat mehrere praktische Vorteile:
- Der Vorrat steht vor dem ersten Frost bereit;
- die Lieferpläne sind in der Regel weniger ausgelastet;
- Sie haben Zeit, das Lager vor dem Befüllen zu reinigen.
Eine bestimmte Preisentwicklung je nach Jahreszeit können wir nicht zusagen. Am wichtigsten ist, niemals zu warten, bis der Vorrat aufgebraucht ist. Bestellen Sie, wenn Ihr Vorrat noch mehrere Wochen reicht, und berücksichtigen Sie die Lieferzeit.
Sie heizen auch mit Holz? Lesen Sie unseren Briketts-Ratgeber.
Häufige Fragen
Sollte man Pellets nach ENplus A1 oder DINplus wählen?
Beide Zertifizierungen basieren auf der Norm ISO 17225-2 und gewährleisten eine geprüfte Qualität. Entscheidend ist die vom Hersteller Ihrer Feuerstätte geforderte Qualität. Sie finden sie in der Bedienungsanleitung oder in den Garantiebedingungen.
Kann ich A2-Pellets in meinem Ofen verwenden?
Nur wenn der Hersteller Ihrer Feuerstätte dies zulässt. A2-Pellets enthalten mehr Asche. In einer für A1 ausgelegten Anlage können sie zu stärkerer Verschmutzung und Schlackebildung führen.
Wie viele Säcke befinden sich auf einer Palette?
Eine Palette umfasst häufig 66 Säcke à 15 kg, also 990 kg. Die genaue Anzahl kann je nach Produkt variieren. Sie ist auf der Produktseite angegeben.
Warum muss der Kessel vor einer Lieferung loser Ware abgeschaltet werden?
Das Einblasen verändert den Druck im Lager. Läuft der Kessel, könnten Abgase in den Lagerraum gesaugt werden. Halten Sie die in der Bedienungsanleitung Ihres Kessels angegebene Abschaltzeit ein.
Ist die Lagerung von Pellets gefährlich?
Pellets geben Kohlenmonoxid ab, besonders nach einer Lieferung. Ein Lagerraum muss daher dauerhaft belüftet sein. Lüften Sie vor dem Betreten, gehen Sie niemals allein hinein und verwenden Sie einen CO-Warnmelder.
Warum befindet sich Staub am Boden des Sacks?
Eine kleine Menge Feinanteil ist normal. Sie entsteht durch Handhabung und Transport. Ein hoher Staubanteil kann dagegen auf eine unsachgemäße Handhabung oder eine unzureichende mechanische Festigkeit hinweisen.
Wie lange kann man Pellets lagern?
Trocken und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert, sind Pellets lange haltbar. Jede zusätzliche Handhabung erhöht jedoch den Feinanteil.
